Kapitel 01 · Ein Drehtag am Skandinavienkai

Hier kommt die Welt in Lübeck an

12. Oktober 2026 · Skandinavienkai, Travemünde

Drehtag 11 von 30. Um halb sieben stehen wir am Lübecker Hauptbahnhof, Julian mit Kamera und Drohne, ich mit dem Drehplan. Draußen ist es noch dunkel.

Travemünde vor Sonnenaufgang ist ein anderer Ort als der, den die Ausflügler kennen. Am Skandinavienkai wird gearbeitet, egal wie früh es ist. Lkw rollen in die Bäuche der Fähren, Container stapeln sich bis in den Himmel, und kaum jemand schaut auf, wenn ein Kamerateam am Rand steht.

Um 7:39 Uhr geht die Sonne auf. Für eine gute halbe Stunde liegt dieses Licht über dem Hafen, auf das wir gewartet haben.

Ab 8:20 Uhr darf die Drohne fliegen. Ein Flug über einem laufenden Fährhafen braucht eine Genehmigung der Luftfahrtbehörde und eine genaue Absprache mit der Lübecker Hafen-Gesellschaft. Ohne deren Unterstützung gäbe es diese Bilder nicht.

Dann gehen wir nach innen, in die Hallen und Büros. Dorthin, wo Menschen mit Migrationsgeschichte das Gesicht dieser Stadt jeden Tag mitgestalten, am Gabelstapler, am Schreibtisch, in der Schicht, die niemand sieht.

Im Film folgt der Hafen direkt auf den Monolog über Travemünde. Er zeigt eine Stadt, die nach Norden offen ist und von Menschen am Laufen gehalten wird, die man selten beim Namen kennt.