Kapitel 03 · Willy-Brandt-Haus Lübeck
Das Gewissen der Stadt
17. Oktober 2026 · Willy-Brandt-Haus Lübeck
7:30 Uhr. Im Willy-Brandt-Haus ist es still, die Türen öffnen erst um elf. Bis dahin muss alles im Kasten sein. Julian baut die Kamera auf, Oscar testet den Ton, die Maske richtet das Licht im Gesicht.
Um halb neun beginnt die Aufnahme mit Dr. Bettina Greiner. Sie spricht über Willy Brandt, und sie tut es im Stehen, mitten im Haus, ohne Tisch, ohne Pult. Wer über Brandt spricht, soll nicht hinter etwas sitzen.
Hinter uns hängt das Bild vom Kniefall in Warschau. Es ist über fünfzig Jahre alt und sagt mehr über Verantwortung als jede Rede.
Die Szene gehört zu einem Block, in dem die Geschichte Lübecks zu Wort kommt, bevor am Ende die Gegenwart spricht. Es geht darin nicht um Verehrung. Es geht darum, sich richtig zu erinnern.
Am Ende steht das Team für ein Foto zusammen, vor dem Relief im Eingang. Dann wird abgebaut, bevor die ersten Besucher kommen.

Unser Dank gilt dem Willy-Brandt-Haus Lübeck und Frau Dr. Greiner.